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Wissen

Sind kostenlose Web‑Proxys sicher?

Manche ja, manche nicht. Ein kostenloser Web‑Proxy leitet jede Seite, die Sie öffnen, über einen Server, den jemand anderes kontrolliert. Ein schlecht betriebener fügt eigene Werbung ein oder lässt die Verbindung zu Ihnen unverschlüsselt. Mit den 3 Prüfungen auf dieser Seite können Sie einschätzen, was für einen Proxy Sie gerade nutzen. Das gilt auch für unseren.

Die Website, die Sie brauchen, ist gesperrt. Also fügen Sie den Link in den erstbesten kostenlosen Proxy ein, und die Seite öffnet sich. Wer diesen Proxy betreibt, kann jede Seite lesen und verändern, bevor sie bei Ihnen ankommt.

Führen Sie diese 3 Prüfungen an jedem Web‑Proxy durch, auch an unserem.

Was sieht ein kostenloser Web‑Proxy?

Alles, was Sie darüber öffnen. Ein Web‑Proxy ruft die Website auf seinem eigenen Server ab, schreibt die Seite so um, dass ihre Links über den Proxy laufen, und schickt sie dann an Sie weiter. Um eine Seite umzuschreiben, muss der Proxy sie lesen. Deshalb sind die Seiten, die Sie öffnen, die Suchbegriffe, die Sie eingeben, und die Formulare, die Sie ausfüllen, auf diesem Server lesbar, ob die Website selbst HTTPS nutzt oder nicht: Die Verschlüsselung endet am Proxy und beginnt auf dem Weg zu Ihnen neu. Das gilt für jeden Web‑Proxy. TrickyBird ist einer davon.

Wichtig bleibt HTTPS trotzdem, nur aus einem anderen Grund: Es verschlüsselt die Verbindung zwischen Ihrem Browser und dem Proxy, also die Strecke, die über Ihr Netzwerk läuft.

Jeder Web‑Proxy kann Ihren Datenverkehr sehen. Entscheidend ist, was er damit macht.

Was tun schlecht betriebene Proxys?

Der Sicherheitsforscher Christian Haschek hat 2015 insgesamt 443 kostenlose Proxy‑Server getestet, die er über Google gefunden hatte. Von den 199, die erreichbar waren, ließen 157 gar kein HTTPS durch, und 33 veränderten die Seiten, die sie zurückschickten, manche davon, um Werbung einzufügen. Diese Zahlen gelten für 2015, nicht für die Proxy‑Listen von heute. Auf genau diese Probleme sollten Sie aber auch heute achten.

  • Eingeschleuste Werbung: Der Proxy fügt der Seite auf dem Weg zu Ihnen eigene Werbung, Pop‑ups oder Skripte hinzu. Sie wirken wie ein Teil der Website, und ein so eingeschleustes Skript kann lesen, was Sie auf dieser Seite eingeben.
  • Keine Verschlüsselung: Der Proxy liefert seine Seiten über unverschlüsseltes HTTP aus, sodass jeder in Ihrem Netzwerk mitlesen kann, was Sie darüber senden.
  • Dauerhafte Protokollierung: Der Proxy hält ohne zeitliche Begrenzung fest, welche Websites Sie aufrufen, und von außen kann niemand diese Aufzeichnungen einsehen. Was er speichert, steht nur in seiner schriftlichen Richtlinie.

So prüfen Sie einen Web‑Proxy selbst

Alle 3 Prüfungen führen Sie direkt an dem Proxy durch, den Sie gerade nutzen. Entwicklertools brauchen Sie für keine davon. Für TrickyBird gibt es auf der Leak‑Test‑Seite außerdem eigene, technischere Tests.

  • Sichere Verbindung: Klicken Sie auf das Symbol ganz links in der Adressleiste (ein Schloss oder, in Chrome, 2 kleine Schieberegler). Ihr Browser sollte melden, dass die Verbindung sicher ist. Steht dort „Nicht sicher“, wird alles, was Sie auf diesem Proxy eingeben, unverschlüsselt übertragen.
  • Eingeschleuste Werbung: Öffnen Sie eine Website, die Sie gut kennen, und achten Sie auf Werbung, Pop‑ups oder Download‑Aufforderungen, die dort sonst nicht erscheinen, oder auf eine Weiterleitung zu einer Seite, die Sie nicht aufgerufen haben. Jedes dieser Anzeichen deutet auf den Proxy hin.
  • Log‑Richtlinie: Suchen Sie eine Seite, auf der steht, was der Proxy protokolliert und wie lange er es speichert, und zwar mit einer konkreten Zahl. Wenn Sie keine finden, gehen Sie davon aus, dass er alles behält.

Was zeigen die Prüfungen bei TrickyBird?

In der Adressleiste steht eine unserer eigenen Adressen statt der Adresse der Website; manchmal sind es nur Zahlen. Die Verbindung dorthin läuft über HTTPS, deshalb meldet Ihr Browser sie als sicher.

TrickyBird schleust weder Werbung noch Tracker in die Seiten ein, die Sie darüber öffnen. Es fügt eine kleine Leiste hinzu, die anzeigt, auf welcher Website Sie sind. Werbung, die Sie auf der Seite sehen, stammt von der Website selbst.

TrickyBird führt ein kleines Zugriffs‑Log: Es speichert eine gekürzte Form Ihrer IP‑Adresse, den Ziel‑Hostnamen und grundlegende Antwortdetails, für höchstens 48 Stunden. Das Log erfasst nicht die einzelnen Seiten, die Sie öffnen. Auf der Sicherheitsseite steht, was das Log enthält und wie der Proxy die Cookies der besuchten Websites aufbewahrt.

Kurz gesagt

Jeder Web‑Proxy kann lesen, was Sie darüber öffnen. Messen Sie ihn deshalb daran, was er der Seite hinzufügt und was er speichert. Mit 3 Prüfungen sehen Sie bei jedem Proxy, auch bei unserem, ob Ihr Browser die Verbindung als sicher markiert, ob der Proxy Werbung oder Pop‑ups einschleust und was er nach eigenen Angaben aufbewahrt.

Fragen

Kann ein kostenloser Proxy meine Passwörter stehlen?
Lesen kann er sie. Was Sie eingeben, verarbeitet ein Web‑Proxy auf seinem eigenen Server, und ein schlecht betriebener kann es speichern oder seine Seiten unverschlüsselt ausliefern, sodass auch andere in Ihrem Netzwerk mitlesen können. Bevor Sie etwas eingeben, achten Sie auf das Zeichen für eine sichere Verbindung in der Adressleiste und auf eine schriftliche Log‑Richtlinie, die eine konkrete Zahl nennt. Bank- und Kartendaten geben Sie besser nur über eine Verbindung ein, der Sie vertrauen.
Ist ein Web‑Proxy sicherer als ein kostenloses VPN?
Keines von beiden ist grundsätzlich sicherer. Ein kostenloses VPN leitet den gesamten Datenverkehr Ihres Geräts über die Server eines Unternehmens, ein Web‑Proxy dagegen eine Website in einem Tab. Beide sehen, wohin Ihr Datenverkehr geht, und irgendwie finanziert sich jeder kostenlose Dienst. Stellen Sie beiden dieselbe Frage: Was speichern Sie, und wie lange? Mehr dazu finden Sie in unserem Leitfaden Web‑Proxy vs. VPN.
Woran erkenne ich, ob ein Proxy meine Aktivitäten protokolliert?
Die Protokolle eines Servers können Sie von außen nicht einsehen. Halten Sie sich deshalb an das, wozu sich der Proxy schriftlich verpflichtet. Ein Proxy, der etwas taugt, nennt, was er aufzeichnet und wie lange er es aufbewahrt. TrickyBirds Zugriffs‑Log speichert eine gekürzte Form Ihrer IP‑Adresse, den Ziel‑Hostnamen und grundlegende Antwortdetails, für höchstens 48 Stunden.
Sind Proxy‑Server sicher?
Das hängt davon ab, wer sie betreibt. Einen Proxy‑Server tragen Sie in den Einstellungen Ihres Browsers oder Geräts ein, oft als Adresse mit Port aus einer kostenlosen öffentlichen Liste. Über ihn läuft dann der gesamte Datenverkehr, für den diese Einstellungen gelten, und sein Betreiber kann protokollieren, wohin er geht. Nutzen Sie einen solchen Server nur, wenn Sie wissen, wer ihn betreibt und was er speichert. Ein Web‑Proxy wie TrickyBird leitet dagegen eine Website in einem Tab weiter.

Weiterlesen

Mehr dazu, wie ein Web‑Proxy arbeitet: